Latenz
In der Informatik beschreibt „Latenz“ eine Verzögerung. Gemeint sind meist Verzögerungen bei der Übertragung oder Verarbeitung von Daten, die durch ganz unterschiedliche Ursachen entstehen können. Zwei Beispiele für Latenz sind die Netzwerklatenz und die Festplattenlatenz, die im Folgenden erklärt werden.
1. Netzwerklatenz
Die Netzwerklatenz beschreibt eine Verzögerung, die während der Kommunikation über ein Netzwerk (einschließlich des Internets) auftritt. Beispielsweise kann ein langsamer Router eine Verzögerung von einigen Millisekunden verursachen, wenn ein System in einem LAN versucht, über den Router eine Verbindung zu einem anderen System herzustellen. Eine deutlichere Verzögerung kann auftreten, wenn zwei Computer von verschiedenen Kontinenten über das Internet miteinander kommunizieren. Allein der Verbindungsaufbau kann sich aufgrund der Entfernung und der Anzahl der „Hops“ verzögern, die zum Herstellen der Verbindung erforderlich sind. Die Antwortzeit von „Ping“ ist in diesem Fall ein guter Indikator für die Latenz.
2. Festplattenlatenz
Die Festplattenlatenz ist die Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt, zu dem Daten von einem Speichergerät angefordert werden, und dem Zeitpunkt, zu dem die Daten zurückgegeben werden. Zu den Faktoren, die die Festplattenlatenz beeinflussen, gehören die Rotationslatenz bei einer (Festplatte) und die Zugriffszeit. Eine Festplatte mit einer Drehzahl von 5400 RPM hat beispielsweise fast die doppelte Rotationslatenz wie ein Laufwerk, das sich mit 10.000 RPM dreht. Die Zugriffszeit, zu der die physische Bewegung des Schreib-Lese-Kopfs zum Lesen oder Schreiben von Daten gehört, kann die Latenz ebenfalls erhöhen. Die Festplattenlatenz ist der Grund dafür, dass das Lesen oder Schreiben großer Mengen von Dateien normalerweise deutlich langsamer ist als das Lesen oder Schreiben einer einzelnen zusammenhängenden Datei. Da sich SSDs nicht wie herkömmliche HDDs drehen, haben sie eine deutlich geringere Latenz.
Andere Arten von Latenz
Es gibt viele weitere Arten von Latenz, etwa die RAM-Latenz (auch „CAS-Latenz“ genannt), die CPU-Latenz, die Audiolatenz und die Videolatenz. Allen gemeinsam ist eine Art Engpass, der zu einer Verzögerung führt. In der Computerwelt dauern diese Verzögerungen normalerweise nur wenige Millisekunden, können sich aber summieren und dadurch spürbare Leistungseinbußen verursachen.
NOTE: Es ist wichtig, die Latenz nicht mit anderen Messwerten wie der Datenübertragungsrate oder der Bandbreite zu verwechseln. Latenz bezeichnet die Verzögerung, bevor die Datenübertragung beginnt, und nicht die Geschwindigkeit der Übertragung selbst.
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