Equalizer

Ein Equalizer oder „EQ“ ist ein Werkzeug der Tontechnik, das die Ausgabe verschiedener Frequenzen anpasst. Er ermöglicht es, die Pegel bestimmter Frequenzbereiche abzusenken oder anzuheben, und bietet dadurch eine genauere Kontrolle über die Lautstärke. Mit einem EQ können Sie beispielsweise tiefe „Bass“-Frequenzen verstärken, ohne die Klänge im mittleren oder hohen „Höhen“-Bereich zu beeinflussen.

Sowohl Hardware- als auch Software-Equalizer sind erhältlich. Ein Hardware-EQ verfügt über physische Drehregler oder Schieberegler und verarbeitet analoge Audiosignale mithilfe interner Schaltkreise. Ein Software-EQ wird mit einer Maus oder Tastatur gesteuert und verarbeitet digitale Audiodaten auf einem Computer.

Es gibt mehrere Arten von Equalizern, die häufigsten sind jedoch grafische und parametrische Equalizer.

Grafischer Equalizer

Der häufigste und bekannteste Equalizer ist der grafische EQ. Er verfügt über Schieberegler, mit denen Sie bestimmte Frequenzen absenken oder anheben können. Ein typischer grafischer EQ kann zwischen 3 und 31 Bänder haben. Je mehr Bänder vorhanden sind, desto genauer ist die Kontrolle. Ein einfacher 3-Band-EQ kann beispielsweise über Schieberegler für „Bass“, „Mitten“ und „Höhen“ verfügen. Ein 7-Band-EQ kann Schieberegler für bestimmte Frequenzen haben, etwa 50 Hz, 120 Hz, 300 Hz, 800 Hz, 2 kHz, 5 kHz und 12 kHz.

Einige EQs bieten möglicherweise nur einen Ausgangsbereich von +/− 6 dB, während Sie bei anderen den Pegel um mehr als 20 dB absenken oder anheben können. Wird die Ausgabe einer bestimmten Frequenz zu stark erhöht, kann dies zu Verzerrungen führen (oder zu „Clipping“ bei einem digitalen Audiosignal). Daher ist es normalerweise besser, die Pegel einzelner Frequenzen zu verringern und die Gesamtlautstärke zu erhöhen.

Einige EQs verfügen über einen „Preamp“-Schieberegler, der die Eingangspegel anheben kann, wodurch die Gesamtamplitude des Ausgangssignals erhöht wird.

Parametrischer Equalizer

Ein parametrischer EQ verwendet Drehregler anstelle von Schiebereglern. Bei einem semiparametrischen EQ können Sie die Frequenz und die Verstärkung jeder Anpassung auswählen. Bei einem vollparametrischen EQ können Sie die Frequenz, die Verstärkung und das „Q“ (oder die Bandbreite) jeder Einstellung ändern.

Die meisten grafischen Equalizer passen die Frequenzen rund um jeden Schieberegler automatisch an, wodurch die Anhebung oder Absenkung zu den benachbarten Frequenzen hin „abgerollt“ wird. Mit der „Q“-Einstellung eines parametrischen EQs können Sie steuern, wie schnell die Anpassung abgerollt wird. Ein schmaler Q-Wert zielt beispielsweise auf einen kleinen Frequenzbereich ab, etwa den Schlag einer Snare-Drum. Ein breiter Q-Wert zielt auf einen großen Frequenzbereich ab, etwa einen Streicherabschnitt.

Auswahl eines Equalizers

Die visuelle Darstellung grafischer EQs macht sie leicht verständlich und einfach zu bedienen. Ein „Smiley“-EQ beispielsweise, der die tiefen und hohen Frequenzen anhebt und die mittleren Frequenzen absenkt, ist leicht zu erkennen. Viele Audio-Programme für Endverbraucher enthalten grafische Equalizer, weil sie einfach zu bedienen sind. Vollparametrische EQs haben eine weniger intuitive Benutzeroberfläche, bieten jedoch mehr Kontrolle über die Anpassung jeder Frequenz. Daher arbeiten die meisten Audio-Profis bevorzugt mit parametrischen Equalizern.

Weitere Arten von Equalizern sind Filter und Shelving-EQs. Filter wie Tiefpass- und Hochpassfilter rollen tiefe beziehungsweise hohe Frequenzen ab. Sie eignen sich dazu, zu viel Bass oder Höhen aus einem Audiosignal zu entfernen. Ein Shelving-EQ ähnelt einem Tiefpass- oder Hochpassfilter, kann jedoch auch eine tiefe oder hohe Frequenz anheben.

NOTE: Viele Software- und Hardware-EQs verfügen über eine „Bypass“-Einstellung. Dieser Ein-/Aus-Schalter bietet eine einfache Möglichkeit, zwischen dem Originalklang und dem vom Equalizer verarbeiteten Audiosignal umzuschalten.

Aktualisiert August 20, 2020 von Per C.

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