Netzneutralität
Netzneutralität ist der Grundsatz, dass der gesamte Internet-Datenverkehr von Internetdienstanbietern (ISPs) gleich behandelt werden muss, unabhängig von seiner Herkunft oder dem Protokoll, das er verwendet. Solange der Schutz der Netzneutralität gilt, darf ein ISP den Datenverkehr bestimmter Websites oder Dienste nicht blockieren, drosseln oder bevorzugen (abgesehen von einer nicht diskriminierenden Verkehrsverwaltung und der Blockierung illegaler Inhalte). Die Einhaltung dieser Grundsätze stellt sicher, dass das Internet für Websites und Dienste unabhängig von ihren Beziehungen zu einzelnen ISPs gleiche Bedingungen bietet.
Das Konzept der Netzneutralität spiegelt wider, wie das Internet in seinen Anfangsjahren funktionierte. Frühe ISPs stellten ihren Kunden eine Verbindung zum Internet bereit und behandelten alle Datenpakete in ihrem Netzwerk von Anfang bis Ende gleich. Der Inhalt des Datenpakets spielte keine Rolle – unabhängig davon, ob es sich um eine Webseite, eine E-Mail-Nachricht oder ein Onlinespiel handelte: Ein Paket wurde einfach so schnell und effizient wie möglich an sein Ziel gesendet. Als das Internet jedoch ausgereifter und beliebter wurde, begannen ISPs, bestimmte Arten von Datenverkehr zu drosseln oder zu blockieren, etwa BitTorrent-Dateiübertragungen. Internetaktivisten argumentierten, dass die Diskriminierung bestimmter Arten von Datenverkehr Innovationen einschränke. Dies führte in den 2000er-Jahren zu ersten Versuchen, Regelungen zur Netzneutralität einzuführen.
Ohne diesen Schutz könnte ein ISP aktiv beeinflussen, wie seine Kunden gegen deren Willen im Internet surfen. Ein ISP könnte mit bestimmten Websites Nebenabsprachen treffen, um deren Datenverkehr auf einer „Überholspur“ zu bevorzugen, während der Datenverkehr von Websites, die nicht zahlen, gedrosselt wird. Wenn der ISP auch einen Streaming-Dienst für Videos betreiben würde, könnte er seinen Dienst gegenüber der Konkurrenz bevorzugen. Er könnte außerdem bestimmte Arten von Datenverkehr wie VPN-Verbindungen auf Kunden mit einem teureren Internettarif beschränken oder bestimmten Datenverkehr vollständig blockieren.
Netzneutralität weltweit
Die Regeln zur Netzneutralität innerhalb eines Landes fallen in den Zuständigkeitsbereich der Regulierungsbehörden dieses Landes. Diese Regelungen enthalten Ausnahmen, die es ISPs erlauben, eine gewisse Verkehrsverwaltung durchzuführen, wobei sich die genauen Bestimmungen dieser Ausnahmen von Land zu Land stark unterscheiden. Beispielsweise dürfen ISPs weiterhin in gewissem Umfang eine Verkehrsformung anwenden, um die Netzwerkleistung aufrechtzuerhalten, indem sie bestimmte Arten von Datenverkehr drosseln, die ein Netzwerk sonst überlasten würden.
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