NetBIOS
Steht für „Network Basic Input/Output System“.
NetBIOS war eine API, die IBM 1983 einführte, um Anwendungen grundlegende Netzwerkfunktionen bereitzustellen. Trotz „BIOS“ im Namen hatte es nichts mit der BIOS-Firmware eines Computers zu tun. Stattdessen bot die API eine Reihe von Befehlen, die Softwareprogramme zur Kommunikation über ein lokales Netzwerk verwenden konnten.
NetBIOS-Funktionen übernahmen Netzwerkaufgaben wie das Identifizieren von Geräten, das Herstellen von Verbindungen sowie das Senden oder Empfangen von Daten. Beispielsweise konnte ein Programmierer eine NetBIOS-Funktion aufrufen, um auf Dateien auf einem anderen Computer zuzugreifen, ohne den Netzwerkcode von Grund auf neu schreiben zu müssen.
Geschichte von NetBIOS
NetBIOS wurde ursprünglich für IBM-PC-Netzwerke entwickelt, später von Microsoft übernommen und von mehreren Protokollen unterstützt, darunter NetBEUI und NetBT NetBIOS over (TCP/IP). Von Mitte der 1980er- bis Mitte der 1990er-Jahre war es weit verbreitet. 1995 führte Windows native TCP/IP-Unterstützung ein, wodurch NetBIOS weniger notwendig wurde.
Im Jahr 2000 führte Windows 2000 Active Directory und DNS ein, wodurch die Abhängigkeit von NetBIOS weiter abnahm. In den folgenden Jahren wurde SMB zum Standard für die gemeinsame Nutzung von Dateien über ein Netzwerk. 2007 entfernte Windows Vista die Unterstützung für NetBEUI. NetBIOS über TCP/IP ist in Windows zwar weiterhin aus Kompatibilitätsgründen verfügbar, gilt jedoch als veraltete Technologie und wird heute nur noch selten verwendet.
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