Zeilensprungverfahren
Das Zeilensprungverfahren ist eine Methode zur Bildabtastung, bei der jedes Bild in zwei Halbbilder aufgeteilt wird, die abwechselnd verlaufende horizontale Zeilen anzeigen. Dabei werden zuerst die ungeradzahligen Zeilen und anschließend die geradzahligen Zeilen übertragen. So entsteht bei schneller Abfolge zum Beispiel mit 50 oder 60 (fps) ein vollständiges Bild. Da pro Halbbild nur die Hälfte der Bildinformationen übertragen wird, verringert das Zeilensprungverfahren die erforderliche Übertragungsbandbreite im Vergleich zur gleichzeitigen Übertragung eines vollständigen Bildes um nahezu 50 %.
Während das Zeilensprungverfahren bei statischen oder sich langsam bewegenden Bildern für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist, kann es bei schnellen Bewegungen, wie sie häufig im Sport und in Videospielen vorkommen, sichtbare Artefakte erzeugen. Dazu können Flimmern, Unschärfe oder sogenannte „Kamm“-Effekte gehören, bei denen bewegte Objekte zwischen den Halbbildern geteilt erscheinen. Deshalb verwenden moderne Videosysteme häufig Progressive Scan, wodurch ein klareres und stabileres Bild entsteht, insbesondere auf LCD- und OLED-Bildschirmen.
Geschichte
Das Zeilensprungverfahren wurde mit analogen Fernsehformaten wie NTSC in Nordamerika und PAL in Europa eingeführt. Dieser Ansatz war besonders in frühen Rundfunksystemen wichtig, da die Bandbreite begrenzt war.
HDTV und 4K
Für HDTV gab es drei Hauptversionen:
- 720p – Auflösung von 1280x720 mit Progressive Scan
- 1080i – Auflösung von 1920×1080 mit Zeilensprungverfahren
- 1080p – Auflösung von 1920×1080 mit Progressive Scan
4K-Filme und -Sendungen werden typischerweise in 2160p ausgestrahlt. Dies entspricht einer Auflösung von 3840x2160 mit Progressive Scan. Einen 4K-Standard mit Zeilensprungverfahren gibt es nicht.
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