Baud
Baud oder Baudrate beschreibt die maximale Schwingungsrate eines elektronischen Signals. Wenn sich ein Signal beispielsweise innerhalb einer Sekunde 1200-mal ändert (oder ändern könnte), wird es mit 1200 Baud angegeben. Während der Begriff ursprünglich zur Messung der Rate elektronischer Impulse verwendet wurde, dient er inzwischen auch zur Messung der Datenübertragungsgeschwindigkeit von Einwahlmodems.
Wenn ein Modem pro elektronischem Impuls ein einzelnes Bit überträgt, entspricht ein Baud einem Bit pro Sekunde (bps). Die meisten Modems übertragen jedoch mehrere Bits pro Signaländerung. Ein 28,8-Kbps-Modem kann beispielsweise neun Bits pro Sekunde senden. Daher benötigt es nur eine Baudrate von 2100 (28.800 / 9). 56K-Modems verwenden häufig eine Baudrate von 8000. Das bedeutet, dass sie sieben Bits pro Signaländerung senden, denn 7 x 8000 = 56.000.
Modems wählen normalerweise automatisch die effizienteste Baudrate aus (manchmal wird diese Einstellung als „Autobaud“ bezeichnet). Viele Einwahlmodems ermöglichen es jedoch, die Standard-Baudrate zu überschreiben und die Baudrate manuell über eine Softwareoberfläche einzugeben. Dies kann nützlich sein, wenn ein Einwahl-Internetanbieter für die Kommunikation eine bestimmte Baudrate voraussetzt. Eine Verringerung der Baudrate eines Modems kann jedoch auch die maximale Datenübertragungsrate reduzieren.
Baudraten über 8000 sind bei analogen Telefonleitungen nicht sehr zuverlässig. Deshalb bieten die meisten Modems keine höheren Baudraten an. Außerdem können bei einer so hohen Baudrate pro Impuls nur sieben Bits zuverlässig gesendet werden. Das ist der Grund, warum die Geschwindigkeit von Einwahlmodems vor vielen Jahren auf 56 Kbps begrenzt war. Glücklicherweise bieten neuere Technologien wie DSL und Kabelmodems deutlich höhere Datenübertragungsraten. Da DSL- und Kabelmodems über digitale Leitungen kommunizieren, ist die Baudrate für diese Geräte nicht relevant.
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