SDN
Steht für „Software-Defined Networking“.
SDN ist eine Netzwerkarchitektur, die die Zuständigkeiten für das Routen und Weiterleiten von Netzwerkdaten-Paketen voneinander trennt. Ein zentraler Server übernimmt alle Routingentscheidungen für das Netzwerk, anstatt diese Entscheidungen den einzelnen Knoten zu überlassen. Ein Administrator kann ein Netzwerk über eine auf dem Server ausgeführte Software konfigurieren und verwalten, anstatt jedes Gerät einzeln zu verwalten. Rechenzentren, Unternehmensnetzwerke und Campusnetzwerke verwenden häufig SDN, um große, komplexe Netzwerke zu verwalten.
Jede Funktion eines Routers oder Switches ist konzeptionell Teil einer von drei Ebenen:
- Die Datenebene (oder Weiterleitungsebene) ist für die physische Weiterleitung von Datenpaketen an den nächsten Knoten auf dem Weg zu ihrem Ziel zuständig.
- Die Steuerebene bestimmt das Routing dieser Datenpakete und erstellt einen Pfad aus Knoten, entlang dessen sich das Paket bewegt.
- Die Verwaltungsebene konfiguriert die Steuerebene, indem sie dem Netzwerkadministrator Zugriff auf eine Befehlszeilenschnittstelle oder ein Bedienfeld gibt.
In einer herkömmlichen Netzwerkinfrastruktur ist jedes Gerät für alle drei Ebenen zuständig. In einem softwaredefinierten Netzwerk ist jeder Switch oder Knoten nur für die Datenebene zuständig; der zentrale Server übernimmt die Steuerungs- und Verwaltungsebenen.
Ein Administrator eines herkömmlichen Netzwerks muss jeden Switch (oder anderen Knotentyp) in diesem Netzwerk einzeln konfigurieren. Ein großes Netzwerk kann Dutzende oder sogar Hunderte von Switches umfassen. Das führt zu viel doppelter Arbeit, wenn die Konfigurationseinstellungen auf jedem einzelnen Switch aktualisiert werden. Softwaredefiniertes Networking zentralisiert die Steuerung und Verwaltung des gesamten Netzwerks in einem einzigen dedizierten Gerät. Ein SDN-Server weist den Switches und anderen Knoten mithilfe eines Netzwerk-Protokolls wie OpenFlow an, wie sie Datenpakete weiterleiten sollen.
Softwaredefinierte Netzwerke lassen sich nicht nur einfacher verwalten, sondern können Daten auch effizienter übertragen. Einzelne Switches, die Routingentscheidungen selbst treffen, wählen möglicherweise nicht die effizienteste Route, da sie nur begrenzte Kenntnisse über die Bedingungen im gesamten Netzwerk haben. Ein SDN-Server kann dagegen das gesamte Netzwerk überwachen und steuern, um den Datenverkehr für bestimmte Anwendungen zu optimieren und dabei Überlastungen zu umgehen.
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