Emulation
Emulation bezeichnet den Vorgang, bei dem ein Computersystem so programmiert wird, dass es eine andere Computer-Plattform nachahmt. Anwendungen, die als Emulatoren bezeichnet werden, ermöglichen es, Software, die für eine bestimmte Hardware-Plattform geschrieben wurde, vollständig innerhalb einer simulierten Umgebung auf einer anderen Plattform auszuführen.
Ein verbreiteter Emulatortyp simuliert eine alte oder veraltete Computerplattform auf einem modernen Gerät. So kann ein Emulator für den Motorola-680x0-Macintosh einen klassischen Mac in einem Programm-Fenster auf einem anderen Computer nachbilden. Mit diesen Emulatoren können Sie Software einschließlich des erforderlichen Betriebssystems ausführen, die für moderne Computer nicht verfügbar oder nicht mit ihnen kompatibel ist. Diese Arten von Emulatoren sind bei Computergeschichte-Experten und Bewahrern digitalen Kulturguts beliebt.
Emulatoren können neben alten Computern auch klassische Videospielkonsolen nachahmen. Es gibt Emulatoren für Konsolen wie das Super Nintendo oder die Sega Genesis, mit denen Sie klassische Spiele ohne die Originalhardware spielen können. Diese Emulatoren öffnen Spiele, die als .ROM-Dateien gespeichert sind und eine exakte Kopie der Daten vom ursprünglichen Spielemodul oder der ursprünglichen Spieledisc enthalten.
Emulationssoftware kann auch bestimmte Hardwarekomponenten statt einer ganzen Plattform simulieren. Die häufigste Verwendung dieser Art von Emulation ist ein Laufwerksemulator, mit dem Sie eine Datenträger-Image-Datei zum Beispiel eine .ISO-Datei in (Windows oder eine .DMG-Datei unter macOS) so einbinden können, als würden Sie einen externen Datenträger anschließen oder ihn in ein optisches Laufwerk einlegen. Softwareentwickler verwenden diese Dateien häufig, um Softwareinstallationsprogramme zu verteilen. Computerbenutzer können außerdem Sicherungskopien ihrer Datenträger erstellen, falls diese physisch beschädigt werden.
Im Vergleich zur Virtualisierung
Emulation ähnelt der Virtualisierung – beide Technologien ermöglichen es einem Hostcomputer, das Betriebssystem und die Anwendungen einer anderen Plattform innerhalb einer Softwareumgebung auszuführen. Virtualisierung lässt sich jedoch einfacher umsetzen.
Bei der Virtualisierung müssen die zugrunde liegenden Hardwarekomponenten der Host- und Gastumgebungen identisch sein, da die Virtualisierungssoftware Hardwareaufrufe von der virtuellen Maschine an die physische Hardware weiterleitet. In einer emulierten Umgebung muss der Emulator diese Hardwareaufrufe stattdessen von dem, was die Gastplattform erwartet, in das übersetzen, was der Host bereitstellen kann. Dafür muss der Hostcomputer erheblich leistungsfähiger sein als das Gastsystem, das er emuliert, damit dieselbe Leistung erreicht wird.
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