HDR
Steht für „High Dynamic Range“. HDR ist eine Technologie, die den Farb- und Kontrastumfang in einem digitalen Bild verbessert. Sie kann sowohl für Fotos als auch für Videos verwendet werden, wobei die Umsetzungen unterschiedlich sind.
HDR-Fotografie
Ein HDR-Foto wird erstellt, indem mehrere Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen gleichzeitig aufgenommen werden. Anstatt ein einzelnes Foto aufzunehmen, erstellt die Kamera in schneller Folge drei oder mehr Fotos mit unterschiedlichen Belichtungswerten. Eine Digitalkamera könnte beispielsweise ein Foto mit einer Belichtungseinstellung von -1, eines mit der standardmäßigen (automatischen) Belichtung und eines mit einer Belichtungseinstellung von +1 aufnehmen. Die Kamera oder das (Smartphone) kombiniert die Fotos anschließend zu einem einzigen Bild.
Die HDR-Bildverarbeitung ist nützlich, wenn Sie Szenen mit hohem Kontrast fotografieren. Wenn Sie beispielsweise an einem sonnigen Tag vor einem Fenster stehen, kann die Hintergrundbeleuchtung dazu führen, dass die automatische Belichtung zu niedrig ist und Ihr Gesicht dunkel erscheint. Wenn Sie die Belichtung anpassen, damit Ihr Gesicht heller wird, wird das Fenster zu hell – möglicherweise vollständig weiß. Durch das Kombinieren mehrerer Belichtungen können diese Helligkeitsstufen ausgeglichen werden. Dadurch bleibt Ihr Gesicht auf dem Foto sichtbar, ohne dass der helle Bereich hinter Ihnen überbelichtet wird.
Viele Digitalkameras und Smartphones, beispielsweise das iPhone, verfügen über eine HDR-Option. Oft können Sie aus drei verschiedenen HDR-Einstellungen wählen – AUS, EIN oder Auto. Bei „Auto“ wird nur in Situationen mit hohem Kontrast ein HDR-Foto aufgenommen. Die meisten Kameras nehmen gleichzeitig auch ein normales Foto auf, sodass Sie für jedes aufgenommene HDR-Bild zwischen dem HDR- und dem normalen Foto wählen können.
HDR-Video
HDR-Videos werden ähnlich wie HDR-Fotos aufgenommen. Jede Szene wird gleichzeitig mit unterschiedlichen Belichtungen (oder unterschiedlichen ISO-Einstellungen) aufgezeichnet. Diese Szenen werden zu einer einzigen Aufnahme zusammengefügt. Dies führt in der Regel zu einem helleren Video, kann aber auch einen gräulichen Effekt erzeugen, der unrealistisch wirken kann. Aus diesem Grund werden HDR-Aufnahmen häufig vor der Veröffentlichung in der Nachbearbeitung verändert.
Damit HDR-Videos korrekt angezeigt werden können, muss auch das Ausgabegerät z. B. ein Fernseher oder ein Computer-(Monitor) HDR unterstützen. Ein HDR-fähiger Fernseher muss beispielsweise bestimmte Videoausgabestandards unterstützen. Dazu gehören eine Farbtiefe von 10 Bit und mindestens 90 % des DCI-P3-Farbraums, eines von der amerikanischen Filmindustrie definierten Bereichs von RGB-Farben. Ein HDR-Display muss außerdem bestimmte HDR-Formate wie HDR10, Dolby Vision und Hybrid Log Gamma (HLG) unterstützen. Die meisten HDR-Fernseher unterstützen all diese Standards und können mithilfe von Firmware-Updates aktualisiert werden, die aus dem Internet heruntergeladen werden können.
Testen Sie Ihr Wissen
