ReFS
Steht für „Resilient File System“.
ReFS ist ein von Microsoft entwickeltes Dateisystem. Es wurde erstmals mit Windows Server 2012 eingeführt und wird hauptsächlich von Dateiservern und in Rechenzentren verwendet. Viele seiner Funktionen konzentrieren sich darauf, den Inhalt eines Datenträgers vor Datenbeschädigung zu schützen und gleichzeitig Ausfallzeiten zu minimieren. Außerdem umfasst es Funktionen, die die Leistung von virtuellen Maschinen und Speicherpools mit mehreren Laufwerken erhöhen.
Die Vorteile von ReFS gegenüber NTFS oder anderen Dateisystemen liegen vor allem in der Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen – daher der Name „Resilient File System“. Es umfasst mehrere Funktionen, die Dateien aktiv überwachen, um Datenbeschädigungen zu erkennen und zu beheben, selbst während der Datenträger verwendet wird. ReFS erstellt Prüfsummen für Metadaten von Dateien (und optional auch für die Dateidaten selbst), anhand derer sich erkennen lässt, ob Daten beschädigt wurden. Bei Verwendung in einem Storage-Spaces-Volume einer (Windows-Funktion, die einen Speicherpool mit mehreren Datenträgern ähnlich einem RAID-Array erstellt) verwendet es automatisch seine Spiegelungs- und Paritäts-Volumes, um zu erkennen, wenn eine Kopie einer Datei nicht mehr mit den anderen übereinstimmt. Anschließend kann es die beschädigte Kopie durch eine reparierte Version ersetzen.
Trotz seiner Verbesserungen gegenüber NTFS eignet sich ReFS noch nicht als Standarddateisystem eines Computers. Viele seiner Funktionen zur Ausfallsicherheit von Daten erfordern die Verwendung von Storage Spaces. Diese sind für große Speicher-Volumes zur Archivierung von Daten von Vorteil, bieten jedoch keinen Nutzen für das Betriebssystem und installierte Anwendungen. Diese Funktionen zur Ausfallsicherheit von Daten gehen außerdem mit Leistungseinbußen einher, sodass ReFS langsamer als NTFS arbeitet. Zudem fehlen mehrere Funktionen von NTFS, darunter die vollständige Komprimierung des Datenträgers, erweiterte Attribute und Datenträgerkontingente. Noch wichtiger ist, dass ReFS derzeit keine bootfähigen oder Wechseldatenträger unterstützt. Daher kann es nicht auf dem Startdatenträger oder auf externen Laufwerken verwendet werden.
ReFS wird nur von Windows (8.1 und höher) und Windows Server (2012 und höher) unterstützt. Linux, Unix und macOS können ein ReFS-Volume nicht direkt einbinden und müssen über ein Windows-Dateiserver im Netzwerk auf die Dateien eines ReFS-Volumes zugreifen.
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